10.11.2003 / Feuilleton / Seite 13

Spätlese

Wie ein paar Schüler von Adorno samt ihrer Schüler versuchten, diesen in Frankfurt/Main zu entmystifizieren

Günter Platzdasch

»Adorno gegen seine Liebhaber verteidigt (und kritisiert)« – unter diesem Motto versammelten sich am vorletzten Wochenende im katholischen Kolpinghaus am Allerheiligentor in Frankfurt/Main Adorno-Kenner. Aber nicht hier fand die Heiligsprechung des Frankfurter Standortfaktors statt, sondern bei Konferenzen verlegener Suhrkamp-Denker, die TWA zum 100. Geburtstag am 11. September nochmals beerdigten, indem sie ihn zum Ästheten und Musikphilosophen verharmlosten.

Wer zu spät kommt, der bestraft die Reden: So kredenzten Lorenz Jäger und Michael Rutschky ihre Jubiläums-Spätlese »Was von Adorno übrig blieb«. Rutschky studierte ab 1963 bei Adorno. Er lobte Adornos Beiträge zur »Entmilitarisierung des Krankenhauses« (bei Geschlechtertrennung und Besuchszeiten) und zur »Kulturrevolution in der Schule«. Der Jäger aus der Geisteswissenschaften-Redaktion der FAZ, der seinen Blick einst in der Marburger Schule des Marxisten Wolfgang Abendroth schärfte, nahm das pol...

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