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05.11.2003 / Thema / Seite 10

Ab in den Knast

Ein Tag im Berliner Schnellgericht. Alle 15 Minuten ein Urteil gegen die Ärmsten der Armen

Till Meyer

Was sich Tag für Tag im Berliner Schnellgericht abspielt, ist wenig spektakulär und findet nur selten den Weg an die Öffentlichkeit. Kaum jemand interessiert sich für das Schicksal derjenigen, die ganz unten sind, und noch weniger dafür, warum diese Menschen vor Gericht stehen. Bagatelldelikte, Kleinkriminalität heißt das in der Sprache der Juristen. Es sind klassische Armutsdelikte: Schwarzfahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Ladendiebstahl. Und es wird hart durchgegriffen. Die zwei Amtsgerichtskammern der Berliner Schnellgerichte haben ihren Sitz im Landeskriminalamt Berlin am Tempelhofer Damm und nicht etwa im Justizkomplex in Moabit. Gleich links hinter dem Haupteingang öffnet sich auf Klingelzeichen die Glastür zu einem öden Flur, der zum Sitzungssaal 0202 des Schnellgerichts führt. Davor eine Nische mit Bänken, der Warteraum.

An diesem Morgen ist der Warteraum noch leer, es ist zehn Minuten vor neun. An der Tür zum Sitzungsaal hängen die Pr...

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