27.10.2003 / Thema / Seite 10

Der zweite Schütze

Was verbergen die serbischen Behörden bei der Aufklärung des Attentates auf Zoran Djindjic? Interview mit Milan Veruvic, dem Leibwächter des ermordeten Premiers

Jürgen Elsässer
Das Attentat auf den serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic am 12. März dieses Jahres erschütterte Serbien. Nach wochenlangem Ausnahmezustand und einer landesweiten Fahndung, bei der über 3000 Personen in Untersuchungshaft genommen wurden, präsentierte die Staatsanwaltschaft mittlerweile die Angeklagten: Die unmittelbaren Täter seien Gangster des sogenannten Zemun-Clans gewesen, die Hintermänner Polizisten der Sondereinheit »Rote Barette«. Der Mord, so legt die Anklageschrift nahe, sollte Auftakt zu einem Putsch der alten Seilschaften aus der Milosevic-Zeit sein.
Doch im Vorfeld des für Dezember angesetzten Prozesses häufen sich die Hinweise, daß auch Teile der heutigen Belgrader Machthaber in die Bluttat verwickelt gewesen sein könnten. Anfang Oktober zitierte das Belgrader Wochenblatt Nedeljni Telegraf einen Minister mit den Worten: »Es wird ein Schock für die Öffentlichkeit sein, wenn sie erfährt, daß der Mörder Djindjics in dessen unmittelbar...

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