20.10.2003 / Feuilleton / Seite 13

Ungestört korrupt

Klüngelbohrer und Parteienkritiker Erwin K. Scheuch gestorben

Günter Platzdasch

Erwin K. Scheuch erlag in der letzen Woche 75jährig seinem Krebsleiden. Zwei konservative Wissenschaftler lieferten in den letzten Jahren die materialreichsten Kritiken der Politiker-Selbstbedienungsmentalität im BRD-Parteienstaat: dieser Kölner Soziologe und der Speyerer Juraprofessor Hans Herbert von Arnim. Scheuch wurde über die Universität hinaus als Korruptionsforscher bekannt, als sein rororo-Aktuell-Taschenbuch »Cliquen, Klüngel und Karrieren« 1992 Bestseller wurde. »Wer kann die Chuzpe haben, für 672 Abgeordnete zu behaupten, sie seien jeder 20000 Mark im Monat wert?« fragte er 1995 in Kenntnis des Bonner bzw. Berliner Klüngels. Die CDU verließ er nach einem Vierteljahrhundert Mitgliedschaft 1997 nach Rita Süßmuths Flugaffäre. 2001 erschien sein Buch »Deutsche Pleiten – Manager im Größen-Wahn«; letztes Jahr wollte er ein neues (»Ganz unter uns«) veröffentlichen, das ein Kölner Verlag nicht verlegte, weil es darin hieß, daß ...

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