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26.06.2021 / Inland / Seite 8

»Irgendwo hinzuziehen, kann keine Lösung sein«

Berlin: Nach Suizid eines von Räumung Betroffenen ruft Bündnis zu Trauermarsch auf. Ein Gespräch mit Tim Riedel

Gitta Düperthal

Mit dem Slogan »Kündigungen und Zwangsräumungen können töten« rufen Nachbarn und mietenpolitische Gruppen für Sonntag zum Trauermarsch für Peter H. in Berlin auf. Er wurde am 31. Mai in seiner Wohnung tot aufgefunden, er hatte sich das Leben genommen. Wie kam es dazu?

Peter H. war in den 80er Jahren nach Berlin in die Adalbertstraße 74 gezogen. Damals war das Haus noch besetzt. Er spielte Schlagzeug, ging auf Tour in Japan, der Sowjetunion und Indonesien. In den 2000er Jahren wurde das Haus in Eigentumswohnungen umgewandelt. Peter H. erkrankte, wurde berufsunfähig, was ihn sozial isolierte. Familie hatte er nicht. Seine Wohnung wurde zu seinem Rückzugsort. Als die Eigentümerin ihm kündigte und klar war, dass er ausziehen muss, sagte er seinen Suizid an. Im Mai hat er es wahr gemacht. Seine Musikerkolleginnen und -kollegen werden den Trauerzug für Peter H. anführen.

Wie äußerte sich seine Furcht vor dem Wohnungsverlust?

Der drohende Wohnungsverlust versetzte ...

Artikel-Länge: 3828 Zeichen

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