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09.06.2021 / Schwerpunkt / Seite 3

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Mit »Aussöhnungsabkommen« zum Völkermord im heutigen Namibia will Deutschland Präzedenzfall vermeiden. Protest von Herero- und Nama-Nachfahren

Christian Selz, Kapstadt

Am 4. Oktober 1904 war die Sprache des deutschen Repräsentanten im damaligen Deutsch-Südwestafrika eine unmissverständliche. »Innerhalb der deutschen Grenze wird jeder Herero, mit oder ohne Gewehr, mit oder ohne Vieh, erschossen, ich nehme keine Weiber und Kinder mehr auf, treibe sie zu ihrem Volke zurück oder lasse auf sie schießen«, erklärte der Gouverneur der Kolonie, Lothar von Trotha. Sich selbst bezeichnete er in dem Schreiben als »Der große General des mächtigen deutschen Kaisers«. Auf den Vernichtungsbefehl folgte der Völkermord, zunächst an den Herero, kurze Zeit später auch an den Nama im Süden des Landes.

Mehr als 116 Jahre vergingen anschließend, ehe das politische Berlin genau dieses Wort »Völkermord« am 28. Mai dieses Jahres erstmals offiziell gebrauchte. So unmissverständlich, wie der Befehl zum Genozid einst war, kam das Eingeständnis allerdings längst nicht daher. »Wir werden diese Ereignisse jetzt auch offiziell als das bezeichnen, was si...

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