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27.04.2021 / Thema / Seite 12

Hakenkreuz im Kopf

Vorabdruck. Der Hass auf Juden entwickelte sich vom religiösen Feindbild zum Rassenwahn. Über Antisemitismus im Deutschen Reich bis zur Weimarer Republik

Ulrich Schneider

In den kommenden Tagen erscheint im Kölner Papyrossa-Verlag Ulrich Schneiders Buch »Antisemitismus im Dritten Reich. Von der Ausgrenzung zum Völkermord«. Wir veröffentlichen daraus eine gekürzte Fassung der Einleitung und danken dem Verlag für die freundliche Genehmigung zum Abdruck. (jW)

Antisemitismus war weder eine Erfindung des deutschen Faschismus, noch war er eine auf das Deutsche Reich beschränkte Ausgrenzungsideologie. Dabei ist jedoch zu beachten, dass sich der Begründungszusammenhang im Laufe der Jahrhunderte deutlich gewandelt hat.

Die älteste Form dieser Ideologie ist der religiös motivierte Judenhass, der »Antijudaismus«, der insbesondere im Bereich der christlichen Kirchen praktiziert wurde. Hier handelte es sich um eine Konkurrenz zwischen monotheistischen Religionen. Dabei ging es um den Anspruch, die »einzig wahre« Religion zu sein, der gegenüber der konkurrierenden Rivalin oft genug mit Gewalt, wie die Kreuzzüge und Pogromaktionen zeigten,...

Artikel-Länge: 21250 Zeichen

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