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21.08.2003 / Feuilleton / Seite 14

Knebelnde Klauseln

Reichskonkordat führt heute noch zum Schmusekurs mit den Kirchen

Notker Bakker

Vierzehn Jahre verhandelte der Heilige Stuhl während der Weimarer Republik mit verschiedensten Regierungen über ein Reichskonkordat. Die Verhandlungen scheiterten. Selbst Kanzler des katholischen Zentrums empfanden die von Unterhändler Pacelli, dem späteren Papst Pius XII., vorgebrachten inhaltlichen Vorstellungen als maßlos. Erst mit Hitler war der Partner gefunden, der dem Vatikan entgegenkam. Hitlers Interessen zielten 1933 auf internationale Anerkennung und die Ruhigstellung der vielfach den Nazis gegenüber skeptischen deutschen Katholiken.

Aus römischer Perspektive sollte das »erwachende« Deutschland »Bollwerk gegen den Bolschewismus« sein. Dieser Gedanke fand Eingang in das vor 70 Jahren abgeschlossene Reichskonkordat. Der Vatikan sicherte Privilegien für die deutsche katholische Kirche und vergaß nicht, in einem Geheimprotokoll die Dienstfreistellung katholischer Geistlicher im Falle der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht (ein Verstoß gegen de...

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