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27.10.2020 / Feuilleton / Seite 11

Ironie im Flattersatz

Enttäuschte Erwartung: Anne Webers preisgekröntes Heldinnenepos ist eine fatale Hommage an die französische Widerstandskämpferin Annette Beaumanoir

Erich Hackl

Es sind gleich mehrere Dinge, die auf Anne Webers Roman neugierig machen (die Meldung, dass er unlängst mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet worden ist, gehört eher nicht dazu): dass die Autorin seit langem in Frankreich lebt und in ihren Büchern, auch den von ihr übersetzten, das Glücksgefühl durchscheinen lässt, das ihr die Aneignung von Sprache, Kultur und Geschichte ihrer Wahlheimat jeden Tag aufs neue verschafft; dass sie über eine kommunistische, seit 1955 parteifreie Widerstandskämpferin schreibt, die im besetzten Paris zwei jüdische Jugendliche gerettet, während des Algerienkrieges die Unabhängigkeitsbewegung FLN unterstützt und dabei ebenfalls Kopf und Kragen riskiert hat; dass sie laut Klappentext deren wechselvolle Biografie nicht als Materialsammlung für allerlei Fiktionen missbraucht und auch wenig geneigt scheint, die politischen Ziele ihrer Protagonistin als folgenschwere Illusionen zu denunzieren.

Weber hatte ihre Namensvetterin Anne, ...

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