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06.10.2020 / Feuilleton / Seite 11

Die möglichen Blindstellen

Eine bürgerliche Festoper? »Quartett« von Heiner Müller und Luca Francesconi am »Tag der deutschen Einheit« in Berlin

Kai Köhler

In Pierre Ambroise François Choderlos de Laclos’ Briefroman »Gefährliche Liebschaften« von 1782 verständigen sich der Vicomte de Valmont und die Marquise de Merteuil so klug wie zynisch über ihre Verführungsstrategien. Die beiden sind adlige Libertins, denen der moralische Abscheu des bürgerlichen Autors gilt; dessen ungeachtet sind sie, wie alle klugen Schurken, interessanter als ihre tugendhaften Opfer. Und sie wagen etwas, denn schon die vorrevolutionäre Gesellschaft folgt, wenigstens nach außen hin, bürgerlichen Moralvorstellungen. Zumindest Frauen, die sich – wie am Ende die Marquise – erwischen lassen, finden sich schnell geächtet.

Zwei Jahrhunderte später nahm Heiner Müller den Roman zur Basis für sein Theaterstück »Quartett«. Als Handlungszeit gibt er an: »Salon vor der Französischen Revolution/Bunker nach dem dritten Weltkrieg«. »Quartett« ist ein Zweipersonenstück: Valmont selbst tritt als die von ihm verführte fromme Madame de Tourvel auf, währ...

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