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05.08.2020 / Inland / Seite 5

Schlechte Kinderstube

Aufseher von Finanzbehörden entstammen dem Großbürgertum. Deregulierte Märkte sind ihr ureigenes Interesse. Gastkommentar

Michael Hartmann

Die Diskussion über den Wirecard-Skandal erinnert stark an ähnliche Fälle in der Vergangenheit. Jedesmal wird öffentlich die Frage gestellt, wie so etwas passieren konnte, und die Antworten sind stets unbefriedigend. Der Hinweis auf unklare Zuständigkeiten oder individuelles Versagen hilft nicht wirklich weiter. Es gibt bei allen Skandalen im Finanzsektor, von der umfangreichen Steuerhinterziehungen über die »Cum-Ex«-Geschäfte bis hin zu Wirecard, eine Konstante: Die zuständigen Spitzenpolitiker und -beamten neigen zu einer ausgesprochen großzügigen Haltung, wenn es um Finanzakteure und ihre Geschäfte geht.

Das hat entscheidend mit ihrer familiären wie beruflichen Sozialisation zu tun. Sie sind ganz überwiegend in Familien aufgewachsen, die zum Bürgertum zählen. In diesen Kreisen, ganz besonders bei akademischen Freiberuflern und Unternehmern, galt nicht nur Steuerhinterziehung traditionell als Kavaliersdelikt. Ganz allgemein misstraut man dort staatliche...

Artikel-Länge: 3430 Zeichen

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