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16.07.2020 / Ansichten / Seite 8

Der Sumpf im Sumpf

Neonaziskandal in Hessens Polizei

Sebastian Carlens

Als im Jahr 2011 bekannt wurde, dass die Ermordung der jungen Polizistin Michèle Kiesewetter vier Jahre zuvor auf das Konto von Neonazis gegangen war, schien diese – der Selbstenttarnung des »Nationalsozialistischen Untergrundes« (NSU) geschuldete – Erkenntnis zu bestätigen, was offizielle Stellen immer behauptet hatten: Extreme Rechte wie Linke einten sich im Hass auf die Staatsmacht, die »freiheitlich demokratische Grundordnung« würde von diesen Rändern der Gesellschaft gleichermaßen unter Feuer genommen. Das Motiv: Nichtanerkennung des – von Beamten verkörperten – Gewaltmonopols.

Nun ist am Polizistenmord von Heilbronn, der als zehnte Tat des NSU gewertet wird, bis heute vieles unklar, darunter auch, wer geschossen hat. Und selbst, wenn der Täter nicht unter den bekannten NSU-Mitgliedern zu suchen ist, muss Michèle Kiesewetter zu den Opfern rechten Terrors in der BRD gezählt werden. Doch wenn die Lesart des Falles, wie ...

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