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06.07.2020 / Feuilleton / Seite 10

Wie man eine Stadt gefügig macht

Hier herrscht jetzt Amazon: Christoph Marischka beschreibt, wie sich Tübingen einem Techgiganten ergab

Ronald Kohl

»Das war ein Punkt, den Marx nicht sehen konnte«, sagte Heiner Müller vor dreißig Jahren einmal in einem Interview. »Die Technik nimmt den Platz der Politik ein, und sie liquidiert die Politik.«

Mit welch simplen Tricks in der altehrwürdigen Universitätsstadt Tübingen der politische Wille in den vergangenen Jahren den Wünschen der Industrie angepasst wurde, beschreibt der Politikwissenschaftler Christoph Marischka in seinem Buch über das »Cyber Valley«, das dortige Zentrum für künstliche Intelligenz.

Mitte Oktober 2018 wurde auf einer Abendveranstaltung im großen Hörsaal der Universität Panik verbreitet. Ein eigens aus dem kalifornischen Silicon Valley eingeflogener Referent zeigte sich zutiefst besorgt darüber, dass ausgerechnet die Deutschen als Erfinder des Autos die Entwicklung in puncto autonomes Fahren völlig verschlafen hätten.

Es ging also um Geld für die Entwicklung künstlicher Intelligenz, kurz KI genannt. Seitens der Universität Tübingen hieß e...

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