04.07.2003 / Feuilleton / Seite 12

Gefährdete Spezies

Das Künstlerbuch und die letzten geschützten Zonen, in denen es gedeiht

Hartmut Andryczuk

Die Frankfurter Buchmesse wollte in diesem Jahr die Preise um zirka 30 Prozent erhöhen. Nachdem ganze Kettenmails von Kleinverlagen als Protest gegen diesen von der Messeleitung angekündigten Schritt eingegangen sind, setzte man die Kosten wieder herab (mit dem Hinweis auf einen sogenannten Frühbucherrabatt von einigen wenigen Prozentpunkten). Im Moment ist die Situation folgende: Ein Kleinststand mit grauem Teppichboden und einer geöffneten Wand zum Nachbarstand inklusive eines Katalogeintrags kostet um die 800 Euro. Möchte man Telefon, Internetanschluß, Espressomaschine oder Standardmobilar zusätzlich buchen, wird es erheblich teurer. Aber kaum jemand von den Künstlerbuch-Herausgebern nimmt diese Zusatzleistungen in Anspruch. Die Szene gleicht ohnehin eher einem Wanderzirkus: Die teure Ware wird in Aluminiumkoffern oder Reisetaschen inklusive Neonleuchten, Thermoskannen, Quittungsblöcken und der Garderobe für eine Woche transportiert. Ich kenne keinen V...

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