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23.06.2020 / Inland / Seite 5

Deines nächsten Weib

Eine kurze Geschichte des Geldes. Teil 3: Kredite und Schulden. Gläubiger stellen Arbeitsleistung bereit. Dafür verlangen sie Kompensation

Lucas Zeise

Ob Rettungspakete der Bundesregierung oder Staatsanleihenkäufe der EZB: Geld ist in der Coronakrise das bestimmende Thema. In dieser zehnteiligen jW-Serie werden mit Hilfe marxistischer Erkenntnisse bürgerliche Mythen entlarvt – vom Tauschwert einer Kaurimuschel bis hin zum Handel mit Kryptowährungen. (jW)

Um einen Kredit zu geben oder zu nehmen, muss das Geld dafür vorhanden sein. Das scheinen die Logik und auch die Alltagserfahrung zu lehren. Nur wer über Geld verfügt, kann Kredite vergeben. Und allgemein gesprochen, kann Geld nur dann verliehen werden, wenn es als Institution vorhanden und im Wirtschaftsleben verankert ist. Noch allgemeiner heißt das, dass Geld logisch und historisch dem Kredit vorausgesetzt wird. Karl Marx verfährt so. Er leitet das Geld, wie in der gestrigen Zeitung dargestellt, aus der Warenproduktion ab. Geld ist eine Ware, die sich zum allgemeinen Äquivalent entwickelt, und wird Wertausdruck für alle Waren. Hier wird dagegen argum...

Artikel-Länge: 4314 Zeichen

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