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11.06.2020 / Thema / Seite 12

Scheinsubjekt Digitalisierung

Nicht die neue Technik an sich flexibilisiert die Arbeit und vernichtet Arbeitsplätze. Es ist das Kapital, das sie zu diesem Zweck entwickelt und durchsetzt

Peter Schadt

In einer Zeit, als niemand das Wort »Digitalisierung« kannte, schrieb Brecht ein Gedicht aus der Sicht eines lesenden Arbeiters. Darin ließ er diesen die Frage stellen, wer das siebentorige Theben baute. Das lyrische Ich hegt Zweifel daran, dass es die Könige aus den Geschichtsbüchern waren, welche die Felsbrocken herbeischleppten. Jener Zweifel mag einen auch beschleichen, wenn man heuer die Zeitung aufschlägt. Da wird die Digitalisierung sowohl die Produktion als auch die Produkte der Automobilindustrie »grundlegend verändern«, und verlangt von der Belegschaft natürlich »höchste Flexibilität«. Der klassische Normalarbeitstag passe nicht mehr ins »Zeitalter der Digitalisierung«, gleiches liest man auch von Tarifverträgen, Betriebsräten oder gleich den Gewerkschaften insgesamt.

So wie Brecht darauf hinweisen wollte, dass die Geschichtsbücher den Blick auf die Arbeiter verstellen, ist auch hier ein handfestes Stück Ideologie zu bewundern: »Die Digitalisier...

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