16.06.2003 / Thema / Seite 10

Volkes Stimme

Hintergründe des 17. Juni 1953. Eingaben an den Präsidenten Wilhelm Pieck. Streiks und Unruhen seit Dezember 1952 (Teil I)

Siegfried Prokop

Das Präsidialbüro beim Präsidenten der DDR nahm »zur Festigung des Vertrauens der Bürger der DDR zu ihrem Staat« seit Gründung der DDR im Jahre 1949 Beschwerden entgegen. Die Bürger sollten berechtigte Sorgen über Bürokratismus in der Arbeit staatlicher Organe mitteilen. Der Präsident versprach, die Anliegen der Bürger sorgfältig zu bearbeiten und gegen Fehlentscheidungen staatlicher Organe einzuschreiten. Im ersten Halbjahr 1953 schnellte die Zahl der Eingaben an das Präsidialbüro von 14 152 im 1. Halbjahr 1952 auf 16 151 rasant in die Höhe. Die Eingaben an Wilhelm Pieck veranschaulichen, wie sich die Krise in der DDR 1953 zuspitzte und die Lage der Bevölkerung sich auf den verschiedenen Gebieten verschlechterte.

Im Rahmen des Sachgebiets »Wirtschaft« bezogen sich etwa 57 Prozent aller Eingaben auf Versorgungsfragen und etwa 35 Prozent auf Betriebsfragen. Nach Wegfall der Subventionen für Industriewaren und Lebensmittel stieg die Zahl der Eingaben an d...

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