24.05.2003 / Feuilleton / Seite 14

Achsen des Bösen

100 Jahre ADAC-Lobby

Günter Platzdasch

Einhundertsten Geburtstag feiert am heutigen Samstag der »Autofahrer-dürfen-alles-Club« (ADAC), der 14,6 Millionen Mitgliedern mit heiligen Autos– »Gelben Engeln« – bei Bedarf Pannenhilfe leistet. Er ist die Lobby jener Mitbürger, die am liebsten sowohl einen Autobahnzubringer als auch eine Spielstraße direkt vor der Haustür hätten. Einigen mögen die anno 1973 während der Ölkrise erlassenen Sonntagsfahrverbote die bis heute düstersten Stunden ihres Lebens beschert haben: Alle Räder standen still – was der ADAC nicht wollte.

Gegründet, um »die großen Vorzüge des Motorrades in öffentlichen Concurrenzen vor aller Welt zu demonstrieren«, versorgte der Klub anfänglich die Motorräder der Armee. 1912 stellte er dann die ersten Verkehrsschilder auf: »Bitte Rechts fahren! Links überholen!«

Unpolitisch war das nie. 1933 schrieb der Chef des SA-Kraftfahrerwesens: »Ich bekämpfe die Leute ja nicht, schon wegen des Führers nicht, zu einer Unterstützung des Klub...



Artikel-Länge: 3048 Zeichen

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich

Jetzt die junge Welt abonnieren und Zugriff auf alle Artikel erhalten!

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe