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07.12.2019 / Thema / Seite 12

Eine Musik der Erinnerung

Vor 100 Jahren wurde der sowjetische Komponist Mieczyslaw Weinberg geboren

Kai Köhler

Man kann aus den falschen Gründen Erfolg haben. Ein Beispiel ist der postume Ruhm Mieczyslaw Weinbergs, dessen Werke, nach jahrzehntelanger Vernachlässigung, nun immer häufiger im Westen aufgeführt werden. Ein Grund dafür ist nicht schwer zu finden: Weinbergs Biographie lässt ihn als beispielhaftes Totalitarismusopfer erscheinen. 1919 in eine Warschauer jüdische Familie hineingeboren, gelang ihm während des deutschen Vormarschs 1939 die Flucht in die Sowjet­union; seine Eltern und seine Schwester blieben zurück und wurden von den Nazis ermordet. Das Leben in seiner neuen Heimat war zeitweise von politischen Konflikten bestimmt. Weinberg gehörte zu den Komponisten, die in einem ZK-Beschluss vom 10. Februar 1948 des Formalismus beschuldigt wurden. Im Februar 1953 wurde er im Zusammenhang mit der angeblichen Ärzteverschwörung gegen Stalin unter dem Vorwurf, einem »jüdisch-bourgeoisen Nationalismus« anzuhängen, für mehrere Wochen inhaftiert.

So scheint auf de...

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