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06.11.2019 / Schwerpunkt / Seite 3

»Es hat sich nichts verändert«

Seit zwei Monaten hat der Sudan eine »zivile« Regierung mit einem weiterhin dominanten Militär. Ein Gespräch mit Shadia Abdelmoneim

Ina Sembdner

Vor gut einem Jahr gingen die Menschen im Sudan erstmals in großer Zahl auf die Straßen, um zunächst »nur« gegen einen drastischen Preisanstieg bei Grundnahrungsmitteln zu protestieren. Die Demonstrationen weiteten sich bald zu einer friedlichen Massenbewegung aus, um der 30 Jahre andauernden Diktatur von Omar Al-Baschir ein Ende zu setzen. Monatelang trotzten die Menschen der gewaltsamen Repression durch dessen Militärapparat, namentlich durch die paramilitärisch organisierten »Rapid Support Forces« (RSF). Diese hatten sich zu einem großen Teil aus der Dschandschawid-Miliz rekrutiert, die maßgeblich für die rund 300.000 Morde und Vertreibungen von 2,7 Millionen Menschen in der südlichen Region Darfur verantwortlich waren. Die militärische Elite nutzte die Gunst der Stunde und putschte Al-Baschir am 11. April 2019 aus dem Amt, um nachfolgend selbst die Kontrolle über das Land zu übernehmen.

Der Forderung nach einer zivilen Kontrolle wollte der nun herrsch...

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