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18.10.2019 / Feminismus / Seite 15

Vom Paradies in den Kühlschrank

Berliner Staatsoper Unter den Linden zeigt »Katja Kabanowa« in der Regie von Andrea Breth

Gisela Sonnenburg

Eine Frau sitzt leblos im offenen Kühlschrank. Ein kleines Mädchen kommt vorbei und schließt die Tür, als sei da sowieso nichts mehr zu retten. Ein Kinderstreich – und zugleich ein symbolischer Akt. Denn aus dem Mädchen könnte die nächste Frau werden, die im Kühlschrank endet, erfroren in der emotionalen Kälte ihrer Familie und der Gesellschaft. Die Kultregisseurin Andrea Breth, die am 24. November 2019 in Wien den Nestroy-Preis für ihr Lebenswerk erhalten wird, deutet die Oper »Katja Kabanowa« von Leos Janacek (1854–1928) radikal als Unglücksstück über die Ehe. In der Staatsoper Unter den Linden in Berlin ist diese Inszenierung im Oktober noch dreimal zu sehen – ein poetisch belehrendes Werk.

In deutlichen, aber nicht plakativen Bildern wird auf der Bühne erzählt, was Gesang und Musik, unter der vorzüglichen Leitung von Thomas Guggeis, akustisch illustrieren. Katja lebt in kaum zu ertragenden Verhältnissen: Ihr Mann säuft und schlägt sie, ihre Schwiegerm...

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