Der Schwarze Kanal: »Verkommen«
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12.10.2019 / Wochenendbeilage / Seite 3 (Beilage)

Das schleichende Ostdeutsche

Arnold Schölzel

Der an der Humboldt-Universität zu Berlin lehrende Soziologe Steffen Mau, Jahrgang 1968, hat ein Buch unter dem Titel »Lütten Klein. Leben in der ostdeutschen Transformationsgesellschaft« geschrieben. Der Autor wuchs in den 70er Jahren in dem Rostocker Neubauviertel auf und kehrte dorthin zurück, um Veränderungen im Alltag zu erkunden. Ein Ergebnis lautet: »Die Bilanz der Einheit ist nicht nur durchwachsen, sie ist auch durch und durch widersprüchlich.« Selbst Individuen seien oft innerlich gespalten, was der Autor mit dem Begriff der »gesellschaftlichen Fraktur« zu deuten versucht. In der Medizin seien viele Knochenbrüche unter der Haut verborgen, manche lägen aber offen. Mau, der kein DDR-Fan ist, räumt ein, dass solche Metaphern in Sozialwissenschaften »nicht ganz unproblematisch« seien, was höflich formuliert ist. Denn was soll z. B. eine gesunde Gesellschaft sein? Mau rechtfertigt sich damit, er wolle nicht Krankheiten, sondern »neuralgische Punkte u...

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