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10.10.2019 / Feuilleton / Seite 10

Überraschend Marxist

Lukács-Werkausgabe: Teilband zwei der Frühschriften behandelt die Jahre 1914–1918

Daniel Göcht

Nach mehr als 50 Jahren ist es fast geschafft, die Lukács-Werkausgabe liegt beinahe vollständig vor. Der zuletzt erschienene zweite Teil des ersten Bandes umfasst die Jahre 1914 bis 1918 – eine für Georg Lukács besonders prägende Zeit. In seiner »Theorie des Romans« bezeichnet er sie mit einem prägnanten Fichte-Wort als »Zeitalter der vollendeten Sündhaftigkeit«. Anders als große Teile der deutschen Intelligenz lehnt der deutsch schreibende Intellektuelle Lukács den Krieg ab, ebenso die österreichisch-ungarische Monarchie. Er lebt in dieser Zeit zwischen Budapest und Heidelberg, wo er sich zu habilitieren versucht, was ihm aus politischen Gründen verwehrt wird. Er ist eng befreundet mit Ernst Bloch, verkehrt im Kreis um Max Weber und ist seit 1914 mit einer russischen Sozialrevolutionärin verheiratet.

Lukács leidet an der »transzendentalen Obdachlosigkeit« der Moderne, die er in der »Theorie des Romans« (1916) eindringlich beschreibt. Neben dieser berühmt...

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