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05.10.2019 / Feuilleton / Seite 11

Family Business

Körperliche und seelische Mühen: Guy Nattivs Film »Skin«

Felix Bartels

Es scheint retrospektiv beinahe zwingend, dass Regisseur Guy Nattiv den Stoff um den Neonazi Bryon Widner von der Erzählung weg auf die Bildsprache hin gestaltet hat. Denn nicht der Inhalt, nicht die Erzählung – das titelgebende Motiv der bemalten Haut macht die Besonderheit dieser Biographie aus. Widner musste seinen Ausstieg aus der Szene ebenso auf der Haut vollziehen wie darunter. Insgesamt 612 Sitzungen waren nötig, die zahllosen Tattoos verschwinden zu lassen, die seinen Körper bis ins Gesicht bedeckten. Dass das Entfernen so schmerzhaft wie das Tätowieren war, kann als Lex talionis verstanden werden: Die Strafe spiegelt das Vergehen.

Wir befinden uns im Jahr 2009, in Ohio, dem Arbeiterstaat im mittleren Norden der USA, wohin der schöne Schein des Posterboys Obama kaum reicht, wo Armut gedeiht und damit auch rechtes Denken. Bryon Widner (Jamie Bell) lebt hier in einer Art Sekte, angeführt von seinen Zieheltern Fred (Bill Camp) und Shareen Krager (Ve...

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