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04.10.2019 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Russland entdeckt das Klima

Moskau ratifiziert Pariser Klimaabkommen. Reduktionsziele von CO2-Emissionen klingen ehrgeiziger, als sie in Wahrheit sind

Reinhard Lauterbach

Ohne großes öffentliches Aufsehen hat Russland Ende September das »Pariser Klimaprotokoll« ratifiziert. Damit verpflichtete sich das Land, seinen CO2-Ausstoß um 30 Prozent zu reduzieren – allerdings gegenüber dem Stand von 1990. Das bedeutet, dass – ähnlich wie im Falle Ostdeutschlands, dessen Deindustrialisierung nach 1990 die Klimabilanz der BRD schönt – der wirtschaftliche Zusammenbruch der Neunziger der Regierung schon einen Großteil der Arbeit abgenommen hat. Die russischen CO2-Emissionen lagen 2017 bei 1.765 Millionen Tonnen, das sind knapp 27 Prozent weniger als 1990, als die sowjetische Industrie 2.365 Millionen Tonnen in die Luft pustete. Das Land könnte also mehr oder minder so weitermachen wie bisher.

Nimmt man dagegen gemäß den Festlegungen des Pariser Übereinkommens die Zahlen von 2005 als Ausgangspunkt der verlangten Reduktion, so steht Russland eine ehrgeizige Aufgabe bevor: seine Treibhausgasemissionen um 550 Millionen Tonnen pro Jahr zu r...

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