Gegründet 1947 Sa. / So., 18. / 19. Januar 2020, Nr. 15
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28.09.2019 / Wochenendbeilage / Seite 6 (Beilage)

Wiederholt begraben

80 Jahre nach Freud: Zum Zustand der österreichischen Zivilgesellschaft

Harald Justin

Wer heute über den grassierenden Antisemitismus in Österreich redet, führt oft genug die Rede von Import, der jegliches Mördertum den Flüchtlingen aus arabischen Ländern zuschreibt, um den seit Jahrhunderten in Österreich beheimateten antisemitischen Hass vergessen zu lassen. Der Jude Freud hingegen kannte den Antisemitismus seiner Zeit, der ihm in Wien von typischen Österreichern entgegenschlug. Seine Flucht aus Wien 1938, sein Tod in London am 23. September 1939 und sein Nachleben, zeugen eben von der anderen Seite, von Nazis und dem in Österreich und Wien lang schon tobenden rassistischen Mob. Das Wien der Jahre 1938/39 war eine »Stadt ohne Seele«, wie sie der Schriftsteller Manfred Flügge 2018 in seinem gleichnamigen Buch bezeichnet. Dass der Seelendoktor Freud die Stadt seines Wirkens verlassen musste, hatte er, jenseits der antisemitischen Grundstimmung, eben dem geborenen Österreicher Adolf Hitler zu verdanken, dem nunmehr deutschen, dank seiner Wä...

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