Gegründet 1947 Montag, 20. Januar 2020, Nr. 16
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28.09.2019 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Schreiben, schwul sein, Kommunist sein – das war sein Terzett«

Ein Gespräch mit Ellen Schernikau. Über das, was von der DDR geblieben ist, das Werk ihres Sohnes Ronald und Jugend auf der Suche

Christine Reinicke

Ellen Schernikau, Sie haben einen berühmten Sohn, Ronald M. Schernikau, sind auch selbst erfolgreich künstlerisch tätig. Er wäre im Juli dieses Jahres 59 geworden, Sie sind jetzt 83. Sie sind in den 1960ern aus, aber nicht vor der DDR geflohen.

Ich bin ja damals nicht aus politischen, sondern aus ganz privaten Gründen weggegangen. Ich habe gern dort gelebt, und ich wäre, wenn es den Vater von Ronald nicht gegeben hätte, niemals aus meinem Land weggegangen. Niemals!

Erzählen Sie doch bitte mehr zur Flucht beziehungsweise zur literarischen Verarbeitung im Prosastück »Irene Binz«1.

Für mich war es ja keine Flucht, ich wär’ gern zu Hause geblieben.

Schön, dass Sie die DDR immer noch als Ihr Zuhause bezeichnen.

Das war sie immer, das hat sich nicht geändert. In dem Aufnahmelager, in dem ich die BRD-Staatsbürgerschaft beantragen und meinen DDR-Pass abgeben musste, sollte ich einen Flüchtlingsausweis unterschreiben. Ich hätte dadurch etliche Vorteile gehabt. Das...

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