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28.09.2019 / Geschichte / Seite 15

Russlands schwarzes Loch

Vor 20 Jahren begann der Zweite Tschetschenienkrieg

Reinhard Lauterbach

Bis zum Ende der Sowjetunion war der Anteil der KPdSU-Mitglieder an der Bevölkerung – ein indirekter Indikator der Integrationsbereitschaft in die sowjetische Gesellschaft – in der Tschetschenisch-Inguschischen Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik mit nur drei Prozent der niedrigste im ganzen Land. Gleichzeitig führte die hohe Geburtenziffer und die unterdurchschnittliche, weil oft verweigerte Bildung etlicher Tschetschenen dazu, dass viele nur als Hilfskräfte auf den Märkten bzw. in der organisierten Kriminalität ein Auskommen fanden – ob als Träger oder als Schläger.

All dies potenzierte sich, als die sowjetische Herrschaft Ende der 1980er Jahre zerfiel. Regelmäßige Raubüberfälle auf Züge, die Tschetschenien durchquerten, Öldiebstahl sowie Pogrome gegen die nichtkaukasische Bevölkerung der Region häuften sich. Mit Boris Jelzins Parole »Nehmt euch soviel Souveränität, wie ihr tragen könnt« kam auch in Tschetschenien der Separatismus auf, geleitet in ...

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