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23.09.2019 / Feuilleton / Seite 11

Haben Sie keine Angst?

Revolution, Melancholie und die Einsamkeit der Ingwerfelder: Eindrücke von einem Musikfestival in Südkorea

Asteris Kutulas

Beim »DMZ Peace Train«-Musikfestival im südkoreanischen Cheorwon an der Grenze zu Nordkorea besuche ich eine Probe der legendären griechischen Sängerin Maria Farantouri. Sie wird am Sonntag (nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe, jW) ein Konzert mit Tae Choon Jung geben, einem linken Aktivisten, der herrliche Melodien schreibt, vielleicht der Konstantin Wecker Südkoreas. Jedenfalls kennen alle hier seine Lieder.

Mitten in der Probe sieht Tae Choon Jung mich plötzlich an, hält inne, greift nach meiner Hand und sagt: »Ich träume jeden Tag von Revolution.« Und zu Maria Farantouri: »Als ich dich vor zwanzig Jahren entdeckte und diese wunderbaren Lieder von Mikis Theodorakis hörte, befiel mich immer wieder eine endlose Melancholie. Es war so schön, dass ich an Selbstmord dachte.« Die Griechin sah ihn zweifelnd an: »Wenn ich singe, denkst du an Selbstmord?« – »Ja, das ist so göttlich.«

Ich dachte in diesem Moment an die Eröffnung des DMZ-Forums vor zwei Tagen. ...

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