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13.09.2019 / Feuilleton / Seite 10

Ginnie dreht den Ton auf

Düsteres, fahriges Kammerspiel: Michael Kliers neuer Film »Idioten der Familie«

André Weikard

Es fällt schwer, einen Film zu mögen, in dem beinahe alle Figuren ausgemachte Unsympathen sind. »Idioten der Familie« ist so ein Fall. Drei Brüder – der Karrierist Frederik (Kai Scheve), der psychisch instabile Hallodri Tommy (Hanno Koffler) und der arrogante Moralist Bruno (Florian Stetter) – kommen in ihrem Elternhaus zusammen, um zu beratschlagen, was mit der Schwester Ginnie (Lilith Stangenberg) geschehen soll. Die ist geistig behindert. Soll sie ins Heim? Zuletzt gibt es in diesem Gruselkabinett von Geschwisterreigen noch die 40jährige Heli (Jördis Triebel), eine erfolglose Künstlerin, die im Begriff ist, ihr Leben in die Sackgasse einer trübseligen Ehe zu steuern. O-Ton: »Eigentlich will ich das gar nicht«.

Kinder gibt es bei dieser Krisenversammlung keine. Die Egomanen beneiden, beleidigen und beschämen einander über die gesamt Spieldauer des Films hinweg. Dabei kommen so einige hässliche Geschichten zur Sprache. Den einen hätten Papa und Mama wohl...

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