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04.09.2019 / Inland / Seite 4

Straflos bis heute

Massaker von Kundus: Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte verhandelt nächstes Jahr über Klage eines Geschädigten

Claudia Wangerin

Am 4. September vor genau zehn Jahren kam es in der afghanischen Provinz Kundus zum größten Massaker, das ein deutscher Soldat nach dem Zweiten Weltkrieg zu verantworten hatte – der damalige Bundeswehroberst Georg Klein hatte die Bombardierung von festgefahrenen Tanklastwagen inmitten einer Menschenmenge auf einer Sandbank befohlen. »Die Piloten hatten große Zweifel«, betonte Rechtsanwalt Karim Popal, der Hinterbliebene des Angriffs in der Zivilklage gegen die Bundesrepublik Deutschland vertritt, am Dienstag beim Pressegespräch der Bundestagsfraktion Die Linke in Berlin. Durch »Freunde von der Bundeswehr, die anonym bleiben wollen« weiß Popal, was die US-Kampfpiloten anschließend zu Protokoll gaben. Sie erhoben demnach schwere Vorwürfe gegen Oberst Klein, der gleichwohl inzwischen zum General befördert wurde. Nach eigener Aussage befürchtete Klein, dass die Tanklaster als Waffen gegen das Feldlager der Bundeswehr eingesetzt werden könnten. Die Piloten hat...

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