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24.08.2019 / Inland / Seite 4

Im Namen des Mobs

Urteil im Chemnitz-Prozess: Lange Haftstrafe gegen syrischen Beschuldigten basiert auf dünner Beweislage und Aussage nur eines einzigen Zeugen

Susan Bonath

Am Montag jährt sich der Todestag von Daniel H. zum ersten Mal. Der Syrer Alaa S. soll gemeinsam mit einem weiteren Tatverdächtigen aus dem Irak, der nicht gefasst wurde, mit einem Messer auf H. eingestochen haben. Auch einen zweiten Mann habe er verletzt. Zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilte ihn deshalb das Landgericht Chemnitz am Donnerstag in Dresden, ein Jahr Untersuchungshaft hat er bereits hinter sich. Die Verteidigung kündigte daraufhin an, in Revision zu gehen. Die Chemnitzer Richter stützen ihr Urteil auf die Aussage eines einzigen von etlichen Zeugen, der Alaa S. als Täter benannt hatte (siehe junge Welt vom Freitag). Später änderte der Zeuge seine Aussage und erklärte, er habe S. schlagen und nicht zustechen gesehen. Grund sei ein Missverständnis mit dem Übersetzer, der dies aber verneinte.

Zu Prozessbeginn im Frühjahr hatte der Hauptbelastungszeuge zunächst die Aussage verweigert. Später beantwortete er jedoch einige Fragen des Richters. Das...

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