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17.08.2019 / Schwerpunkt / Seite 3

»Ich habe vor Freude geweint«

Vor 75 Jahren begann die Befreiung der französischen Hauptstadt. Ein deutscher Genosse war beteiligt. Gespräch mit Erhard Stenzel

Horsta Krum

Sie waren dabei, als Paris befreit wurde. Wie kamen Sie als 19jähriger Wehrmachtssoldat dazu?

Im August 1944, als Paris von der deutschen Besatzung befreit wurde, war ich natürlich kein Wehrmachtssoldat mehr, sondern gehörte zur französischen ­Résistance.

Wie kamen Sie zur Résistance?

Als ich, 17jährig, zur Wehrmacht eingezogen wurde, stand für mich fest: Für die Faschisten werde ich meine Waffe niemals gebrauchen. Als Junge von acht Jahren hatte ich erlebt, wie mein Vater von der Gestapo abgeholt und die Treppe runtergestoßen wurde; das hat mich geprägt, und dann auch die kommunistische Überzeugung meiner Mutter, die Textilarbeiterin war. In Norwegen hatte ich glücklicherweise keine Gelegenheit zu schießen, aber auch keine Gelegenheit überzulaufen. Als die Landung der Alliierten in der Normandie bevorstand, wurde meine Einheit nach Nordfrankreich verlegt.

Aber Desertion galt ja als todeswürdiges Verbrechen ...

Deshalb musste ich eine sichere Gelegenheit ...

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