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09.08.2019 / Inland / Seite 2

»Sie sagten mir, ich sei ein Sonderfall«

Kurde nach 30jährigem Aufenthalt in BRD in die Türkei abgeschoben. Zwei Monate später gelingt ihm gefährliche Rückkehr. Ein Gespräch mit Murat Akgül

Gitta Düperthal

Nach 30 Jahren in der Bundesrepublik wurden Sie am 29. Mai in die Türkei abgeschoben (siehe jW vom 24.7.). Vor kurzem schafften Sie es, wieder einzureisen und am 22. Juli Asyl zu beantragen. Wie kam es zur Abschiebung?

Ich hätte es nie für möglich gehalten, abgeschoben zu werden. Mit sechs Jahren kam ich nach Deutschland, lebe seit drei Jahrzehnten hier und habe eine Familie mit vier Kindern in Nürnberg. Seit 20 Jahren arbeite ich als Gebäudereiniger. Zum Verständnis: 1999 wurde mir Flüchtlingsschutz zuerkannt. Aufgrund von Friedensgesprächen des türkischen Staats mit den Kurden verzichtete ich 2009 auf meinen Asylstatus und behielt den türkischen Pass. Ich fühlte mich aufgrund meiner Niederlassungserlaubnis sicher.

Als ich dann unerwartet die Ausweisungsverfügung und Androhung der Abschiebung erhielt, legte mein Anwalt Eins...

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