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15.07.2019 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Ein gefährlicher Präzedenzfall

Großbritannien hält iranischen Tanker fest. Schweigen der EU zu diesem Akt der Piraterie spricht gegen einen Alleingang

Knut Mellenthin

Seit dem 4. Juli liegt der iranische Tanker »Grace 1« mit zwei Millionen Barrel Erdöl an Bord in Gibraltar fest. Am Donnerstag bzw. Freitag wurden der Kapitän und drei weitere Besatzungsmitglieder in Haft genommen. Vorausgegangen war nach Angaben der örtlichen Polizeibehörden »eine langwierige Durchsuchung des Schiffs, wobei Dokumente und elektronische Geräte beschlagnahmt und untersucht« worden seien. Den Verhafteten – alle vier sollen indische Staatsbürger sein und wurden inzwischen gegen Kaution freigelassen – werden Verstöße gegen Sanktionsbeschlüsse der EU vorgeworfen.

Es ist, soweit bisher bekannt, das erste Mal, dass solche Maßnahmen gewaltsam gegen Personen und Unternehmen durchgesetzt werden, die nicht dem Recht der EU oder eines ihrer Mitgliedsstaaten unterstehen. So weit, nämlich bis zur Kaperung und drohenden Einziehung eines ausländischen Schiffs und seiner Fracht, sind bisher noch nicht einmal die USA gegangen. Aber Politiker und Medien reag...

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