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09.07.2019 / Feuilleton / Seite 11

Nichts bleibt übrig

Der Dokumentarfilm »Erde« schaut auf das Zeitalter des Anthropozän

Hannes Klug

Die Erdkruste hebt sich langsam an und wölbt sich, als würde darunter jemand einen tiefen Atemzug nehmen. Dann, mit einem Krachen, zerreißt die Oberfläche, Gesteinsbrocken wirbeln durch die Luft, die Druckwellen werden als Fontänen aus Staub sichtbar, die sich ausbreiten und, als nach ein paar Sekunden alles vorbei ist, schon wieder als zarter Dunst durchs Bild schweben. Auch der brutalsten, rücksichtslosesten Gewalt wohnt Poesie inne, und Nikolaus Geyrhalter findet sie in dem, was man gemeinhin Mondlandschaften nennt. Nur, dass sich diese Landschaften auf der Erde befinden. Oder sollte man sagen: in der Erde?

In Kaliforniens boomendem San Fernando Valley reicht die Ödnis weiter, als die Kamera es fassen kann. Bagger, Raupen und gigantische Kipplaster fahren umher, graben und schütten: Eine einstmals harmonische Hügellandschaft wird eingeebnet, damit hier eine neue Stadt gebaut werden kann, mit Wohnungen, Supermärkten und einem Kino, wie ein Bauleiter erz...

Artikel-Länge: 3704 Zeichen

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