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08.07.2019 / Feuilleton / Seite 10

Die Arbeiter von Mauthausen

Erwin Riess

Herr Groll und der Dozent erreichten die Donaupromenade vor dem Marktflecken Mauthausen mit seinen reichen Bürgerhäusern. Verständlicherweise werde der Markt mit den hier begangenen Menschheitsverbrechen in Verbindung gebracht, keinesfalls wolle er den Horror relativieren, er halte es aber für zulässig, darauf zu verweisen, dass Mauthausens Geschichte vielfältiger sei, sagte der Dozent. Das Grauen des Naziregimes und die Wunden, die hier der Menschheitsgeschichte geschlagen wurden, würden durch den Kontrast zur übrigen Entwicklung der Region nur um so schwerer verkraftbar.

Herr Groll beschleunigte, der Dozent hielt mit langen Schritten dessen Tempo. Der Ort habe sich Ende des zehnten Jahrhunderts aus einer Mautstätte entwickelt, führte er aus. »Im Jahre 1192 wurde er als ›Muthusin‹ erstmals urkundlich erwähnt.«

»Also eine frühe osmanische Kolonie an der oberen Donau«, merkte Herr Groll an.

»Der Name ist mittel- oder althochdeutsch«, korrigierte ihn der Do...

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