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03.07.2019 / Thema / Seite 12

Das lange Schweigen

Die ehemalige »Bundesrepublik Jugoslawien« zwanzig Jahre nach dem NATO-Krieg. Eindrücke von einem Symposium im serbischen Nis gegen den Einsatz von Uranmunition

Gerd Schumann

Tatort Nis. An jenem Maitag des Jahres 1999 lag vor den Augen der Piloten ein geographisches Dreieck: die Universität am Fluss Nisava, gegenüber die alte türkische Festung aus Osmanenzeiten, noch immer gut erhalten, und an deren imposanter Mauer schließlich der hallenartige Trakt eines traditionellen Bauernmarktes. Den attackierten die Kampfjets, warfen Streubomben, dort wie an 333 anderen Zielorten auf dem Territorium der Bundesrepublik Jugoslawien, insgesamt 1.392 Mal – mit 289.536 Stück sogenannter Streumunition.

Heute steht im Zentrum des Dreiecks ein Gedenkmonument, ein Kuppelbau mit Christenkreuz darauf, an den Säulen drei goldene Tafeln, auf denen fast 200 Namen eingraviert sind: von Opfern der Luftschläge jenes verhängnisvollen Frühlings vor zwanzig Jahren, als die Imperien der nördlichen Hemisphäre 78 Tage und Nächte lang angriffen. 3.500 Menschen starben 1999 während des Krieges, 10.000 wurden verletzt, die Infrastruktur des südslawischen Vielvö...

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