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28.06.2019 / Ausland / Seite 7

Gesucht und ausgebeutet

Ukrainische Migranten arbeiten in Polen als moderne Sklaven. Staatliche Arbeitsaufsicht nur eingeschränkt, Regierung bleibt untätig

Reinhard Lauterbach

Auf bis zu zwei Millionen wird die Zahl ukrainischer Arbeitsmigranten in Polen geschätzt. Allein für die florierende niederschlesische Metropole Wroclaw nannte Oberbürgermeister Jacek Sutryk jetzt die Zahl von 100.000 »Mitbewohnern aus der Ukraine« – das wäre ein Sechstel der Bevölkerung. Genau weiß das niemand, denn nur 400.000 Ukrainer sind in Polen sozialversichert. Der Rest arbeitet schwarz. Auf dem Bau, in der Landwirtschaft, in der Pflege, in den zahllosen Hinterhofbetrieben, die nach wie vor die Basis des polnischen Kapitalismus ausmachen.

Auch Wasil Tschornej war einer von ihnen. Der 36jährige Bauarbeiter aus der Kleinstadt Snjatin im Karpatenvorland hatte sich zusätzlich zu seinem Job auf dem Bau in einer Sargtischlerei verdingt und erlitt bei tropischer Hitze in dem ungelüfteten Gebäude und in der von Farbdämpfen geschwängerten Luft einen Schwächeanfall. Die Besitzerin des Betriebs holte aber nicht etwa den Notarzt, sondern schickte die Belegsch...

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