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24.06.2019 / Inland / Seite 8

»Gesetz soll Befristungen nach wie vor ermöglichen«

Prekäre Beschäftigung im wissenschaftlichen Betrieb der BRD wird rechtlich forciert. Ein Gespräch mit Tilman Reitz

Ralf Wurzbacher

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek, CDU, will die Auswirkungen des zuletzt 2016 novellierten Wissenschaftszeitvertragsgesetzes untersuchen lassen. Warum sprechen Sie von einer »Gefälligkeitsevaluation«?

Das Bundesministerium will vorrangig einen Punkt prüfen lassen, der im Umriss sowieso klar ist: ob sich durchschnittliche Vertragslaufzeiten verlängert haben. Das ist wohl der Fall, zwei bis drei Monate mehr wurden vermutlich erreicht. Eigentlich müsste jedoch das ganze Gesetz evaluiert werden, einschließlich dessen, dass für Arbeit in der Wissenschaft ein Sonderbefristungsrecht gilt.

Warum macht das für Sie einen Unterschied?

Zunächst sagt der Gesetzestext selbst, dass es um eine Evaluation des gesamten Gesetzes geht und nicht nur um die seiner Novelle mit Blick auf Vertragsdauern. Entscheidend ist aber, dass die Regelung einen Zustand der ständigen Nachwuchsvernutzung und -entsorgung legitimiert: Nach zwölf Jahren befristeter Beschäftigung – maximal...

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