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20.06.2019 / Thema / Seite 12

Unbewältigtes Problem

Der Antisemitismus hat in Polen eine lange Tradition. Die Frage nach der Beteiligung polnischer Bürger an der Shoah führt bis heute zu Diskussionen

Sabine Kebir

In Polen kommt es immer wieder zum Streit über die Rolle des Antisemitismus während der Zeit der Nazibesatzung zwischen 1939 und 1945. Die polnische Regierung reagiert zu Recht empört, wenn Auschwitz, das »deutsche Konzentrationslager in Polen« mitunter als »polnisches Konzentrationslager« bezeichnet wird, schließlich wird die deutsche Verantwortlichkeit so verschleiert. Um dem zu begegnen, ist im März letzten Jahres ein Gesetz in Kraft getreten, das solche Äußerungen unter Strafe stellt. Die Regierung unter Ministerpräsident Mateusz Morawiecki von der nationalkonservativen Partei »Recht und und Gerechtigkeit« (PiS) ging aber gleich so weit, jede Unterstellung einer Mitverantwortung polnischer Bürgerinnen und Bürger sowie der Exilregierung in London an der Shoah prinzipiell zu untersagen, was zu internationaler Kritik, nicht zuletzt von seiten Israels an dem sogenannten Holocaustgesetz führte. Im Juni wurden die entsprechenden Artikel des Gesetzes dann zu...

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