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19.06.2019 / Feuilleton / Seite 10

Eine gewisse Leere

Ausgewogene Proportionsästhetik: Jan Brachmanns Mozart-Assoziationen

Stefan Siegert

Fünf Monate vor seinem Tod schrieb Mozart seiner Frau einen seltsamen Brief. Von einer »gewissen Leere« liest man da, »die mir halt wehe tut, ein gewisses Sehnen, welches nie befriedigt wird, folglich nie aufhört«. Auf die Frage, die Redakteur Jan Brachmann in der FAZ vom 21. Mai sich und seiner Mitwelt am Ende langer Spekulationen zu diesem Brief stellt, muss man allerdings erst mal kommen: Ob es sich dabei vielleicht um »das Symptom einer privaten Krise handelt?«.

Es geht nicht um Brachmann, mehr um die Art Sparkassendirektorenbildung, die sich da in den deutschen Qualitätsfeuilletons breitmacht. Wer zum Exempel in diesen Kreisen Mozart erwähnt, muss pfeilschnell erkennen lassen, dass ihm die Wiener Klassik vertraut ist. Brachmann geht weiter. Er charakterisiert die Wiener Klassik. Nach Brachmann ist sie »ausgewogene Proportionsästhetik«. Wow. Drei Bestandteile. »Ausgewogen« ist in der freiheitlichen Demokratie allemal ein Renner. Zum Zweiten hat ein Ku...

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