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29.06.2019 / Inland / Seite 5

Mögen Gerichte entscheiden

Deutsche Leiharbeitsverhältnisse könnten Europarecht widersprechen. Diskussion zwischen kritischem Juristen und Unternehmensvertreter

Milan Nowak

Die Zahl der Leiharbeiter in Deutschland ist seit Anfang der 2000er Jahre von knapp 300.000 auf über eine Million gestiegen. Sie erhalten oft nur zwei Drittel des Lohns der Stammbeschäftigten und verlieren im Krisenfall als erste den Arbeitsplatz. Mit deutschem Arbeitsrecht ist das vereinbar – aber auch mit EU-Recht? Darüber diskutierten am Mittwoch abend in Frankfurt am Main der Rechtswissenschaftler Prof. Wolfgang Däubler und Werner Stolz, Hauptgeschäftsführer des Interessenverbandes deutscher Zeitarbeitsunternehmen e. V. (IGZ). Organisiert wurde dies von der Vereinigung demokratischer Juristinnen und Juristen.

Laut EU-Richtlinie über Leiharbeit von 2008 müssen Arbeitsbedingungen von Leiharbeitern denen der Angestellten im Unternehmen entsprechen. Davon darf in Tarifverträgen nur bei »angemessenem Schutzniveau« und »Gesamtschutz« von Leiharbeitern abgewichen werden. Zurzeit klagen viele Betroffene auf Gleichbehandlung gegen Tarifverträge von Unternehmer...

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