Gegründet 1947 Freitag, 18. Oktober 2019, Nr. 242
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20.06.2019 / Feuilleton / Seite 10

Der kleine große Unterschied

Da fehlt doch was: Der Sammelband »Triggerwarnung« eröffnet die Diskussion über »Identitätspolitik zwischen Abwehr, Abschottung und Allianzen«

Jakob Hayner

Haben Sie schon einmal von Triggerwarnungen, Aware­ness, Cultural Appropriation, Critical Whiteness, Mikroaggressionen und Intersektionalität gehört? Diese Begriffe gehören zum Arsenal der Identitätspolitik – wie die Safe Spaces. Es ist eines der Merkmale dieser Tendenz der Linken, ein sehr spezielles, voraussetzungsreiches und ausdifferenziertes System von Vokabeln zu benutzen, das Außenstehenden ausgesprochen fremd vorkommen kann. Das Befolgen dieser Sprachregelungen ist eine unerlässliche Voraussetzung innerhalb der identitätspolitischen Zirkel. Safe Spaces sollen Orte sein, an denen keine Diskriminierung statthat. Doch wird als solche nicht mehr nur eine Ungleichbehandlung bezeichnet, sondern unangenehme Empfindungen schlechthin, Mikroaggressionen genannt. Sicher soll man nicht nur vor Angriffen sein, sondern vor Ambivalenzen überhaupt. Safe Spaces sollen harmonische, garantiert widerspruchsfreie Räume sein, in denen man die eigene Subjektivität unges...

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