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08.06.2019 / Feuilleton / Seite 0

Kunst als Ware und Nicht-Ware

Der zweite Teil der Künstlerkonferenz von Melodie & Rhythmus drehte sich um Konformes und Widerständiges in der Kunst

Arnold Schölzel

Was ist an Kunst widerständig, wenn sie Ware geworden ist? Der israelische Kunsttheoretiker, Historiker und Soziologe Moshe Zuckermann eröffnete den zweiten Teil der Künstlerkonferenz mit einem Vortrag, der auf diese Frage zulief. Seine Antwort formulierte er im Anschluss an Theodor W. Adorno: Große Kunst war immer auch Ware, aber nie nur das. Beispiel: Das Auftragsgemälde »Die Familie Karls IV.« von Francisco Goya, Hofmaler der spanischen Monarchie, zeige den König als Trottel, von dem jemand gesagt habe, er sehe aus wie einer, der im Lotto gewonnen hat, also höchst unköniglich.

Zuckermann legte am Verhältnis von Kunst und Politik die Voraussetzung der Adorno-These dar: »Es handelt sich bei beiden um unbedingte Gegensätze.« Kunst sei vor allem Selbstzweck, ein Gegenprinzip von Macht, aber eben deswegen auch zugleich tief politisch: Es gehe um Freiheit. Der Redner unterschied drei Konstellationen: Die völlige Unterwerfung der Kunst unter die Politik, die ...

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