Gegründet 1947 Montag, 21. Oktober 2019, Nr. 244
Die junge Welt wird von 2216 GenossInnen herausgegeben
08.06.2019 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Wenn ich zeichne, dann quatsche ich nicht«

Ein Gespräch mit Harald Kretzschmar. Über Witzbilder und Bildwitze, philosophische Cartoons und die Freiheit der Kunst

Andreas Wessel

Ich weiß, dass Sie nicht über die Details Ihrer Biographie reden möchten. Aber es sei zu Beginn erlaubt, Ihnen als Zeitzeugen einige persönliche Fragen zu stellen. Sie waren knapp 14, als der Zweite Weltkrieg aufhörte. Wie haben Sie das erlebt?

Wir hatten großes Glück. Mein Vater war am Leben und zu Hause, wir hatten die Bombardierung von Dresden überlebt, und auch die Wohnung war nicht total zerstört. Die ganze Familie hat von Februar bis Ende April ’45 in der Gegend von Meißen auf einem Dorf das Kriegsende abgewartet – das war beinahe zu schön, um wahr zu sein.

Und dann kam das dicke Ende. Ein Nazi dort im Dorf brachte die Parole auf: Volkssturm, jetzt wird verteidigt! Da haben wir unsere Habe auf einen Leiterwagen gepackt und sind nach Altenberg-Zinnwald, oben am Erzgebirgsrand, gezogen: Vater, Mutter, meine fünf Jahre ältere Schwester und ich. Dort hatte mein Vater gute Freunde und fühlte sich sicher. Dort habe ich den »totalen Krieg« in Reinkultur er...

Artikel-Länge: 33977 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

19,80 Euro/Monat Soli: 25,80 €, ermäßigt: 12,80 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €