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07.06.2019 / Inland / Seite 2

»Völkerrecht stärken, nicht aufweichen«

Jemenitische Opfer von Drohnenangriffen der USA klagen gegen die Bundesrepublik. Nach Teilerfolg legt Berlin Revision ein. Ein Gespräch mit Andreas Schüller

Oliver Rast

Die Menschenrechtsorganisation ECCHR, mit Sitz in Berlin, kämpft weltweit mit juristischen Mitteln gegen Kriegsverbrechen und für die Einhaltung des Völkerrechts. Sie haben Überlebende eines US-Drohnenangriffs aus dem Jahr 2012 im Jemen unterstützt, die die Bundesregierung verklagten. Angriffe dieser Art werden über den US-Militärstützpunkt in Ramstein in Rheinland-Pfalz koordiniert. Können Sie den Fall skizzieren?

Die Familie bin Ali Jaber lebt in einem Gebiet im Jemen, in dem nach wie vor Drohnenangriffe stattfinden. 2012 hat sie zwei Angehörige bei einer solchen ­Attacke verloren. Einer war der örtliche Imam, der sich aktiv gegen Extremismus in der Region einsetzte, der andere Polizist im Dorf. Die Familie hat darauf geklagt, dass Drohnenangriffe über Ramstein in Zukunft unterlassen werden sollen. Sie sieht sich, wie viele andere auch, dem Risiko ausgesetzt, zufällig getroffen zu werden. Diese Angst kommt aus der jahrelangen Erfahrung, dass niemand wis...

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