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05.06.2019 / Feuilleton / Seite 14

Rotlicht: Kompradorenbourgeoisie

Jörg Kronauer

»Compradores«, »Käufer«, so nannten die portugiesischen Kolonialisten, die sich im 16. Jahrhundert als erste Europäer im kaiserlichen China festgesetzt hatten, einheimische Vermittler, die ihnen halfen, ihre Geschäfte zu betreiben. Wollte man im Reich der Mitte Geld verdienen, reichte es nicht aus, sich einfach in Macau, dem alten portugiesischen Handelsstützpunkt im Perlflussdelta, niederzulassen. Die fremde Sprache, die ganz anders strukturierte, schwer zu durchschauende Gesellschaft mit ihren ungewohnten Umgangsformen – das waren für die Portugiesen Hindernisse auf dem Weg zur Maximierung des Profits. Also engagierten sie einheimische Mittler, die sich im Land auskannten, die Abwicklung der Geschäfte organisierten und Personal rekrutierten. In ihrer Zwischenposition wurden sie rasch unentbehrlich, und bald bürgerte sich der Begriff der »Compradores« auch bei den Vertretern anderer Kolonialmächte in China ein.

Kompradoren konnten im Reich der Mitte mit ...

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