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29.05.2019 / Antifa / Seite 15

Geschichtsrevisionismus für Fortgeschrittene

Opferanwälte vergessen: Über eine NSU-Veranstaltung an der Humboldt-Universität zu Berlin

Eleftherios Panagiotopoulos

Der wegen seiner Holztäfelung altertümlich anmutende Hörsaal Nummer 2002 im Hauptgebäude der Humboldt-Universität Berlin war prall gefüllt. Die vom Forschungsinstitut für Anwaltsrecht organisierte Podiumsdiskussion »Heer Stahl Sturm. Wer Nazis verteidigt« zog am 23. Mai knapp 200 Besucherinnen und Besucher an. Noch vor der Vorführung des gleichnamigen WDR-Dokumentarfilms – erster Programmpunkt der Veranstaltung – entlud sich die von Anfang an in der Luft liegende Spannung. Studentinnen und Studenten entrollten ein großes Transparent mit den Namen der NSU-Opfer, den Daten ihrer Ermordung und der Parole »Kein Vergeben – Kein Vergessen«. Eine Studentin erhob sich, kritisierte heftig die Ausrichtung der Veranstaltung, forderte die Verlesung der Namen der Ermordeten sowie eine Schweigeminute für sie. Reinhard Singer, als Direktor des Forschungsinstituts Veranstaltungsleiter, gab nach. Bis zur letzten Minute zog sich diese Hitzigkeit durch die Veranstaltung; mi...

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