Der Schwarze Kanal
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29.05.2019 / Feuilleton / Seite 11

Islam oder nicht Islam

Auslegung der Scheidungsformel: Der deutsche Spielfilm »Oray« zeigt Muslime zwischen Alltag und Glauben

Kai Köhler

»Talaq, talaq, talaq!« Nachdem Oray die islamische Scheidungsformel ins Handy gebrüllt hat, sieht er sich vor einem Problem. Er hat sich vom Zorn hinreißen lassen und weiß Augenblicke später, dass er sich von seiner Frau Burcu gar nicht trennen will. Doch anders als Burcu ist er in Glaubensdingen sehr genau und meint, er dürfe das Gesagte nicht einfach als ungeschehen behandeln. Ein Imam, den er zu Rate zieht, bestätigt ihn darin: Drei Monate lang müsse Oray sich von seiner Frau fernhalten.

Für diese Zeit zieht Oray nach Köln, wo er als Kleinhändler weniger Geld verdient als nötig wäre, um zu zeigen, was er beweisen will – dass er sich sehr gut allein ein Leben aufbauen kann. Vor allem findet er Anschluss an eine Gruppe strenggläubiger junger Männer, unter denen er bald als Prediger anerkannt ist. Die Zuhörer sind fasziniert von den einfachen, auf Alltagserfahrungen gestützten Reden Orays, die in einer simplen Gegenüberstellung gipfeln: Es gebe nur ein Wa...

Artikel-Länge: 4752 Zeichen

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